Katun (Mirabilandia) - Rides #370

Auch diese Woche entführt euch mein Blog wieder ins sonnige Italien. Nachdem wir beim letzten Mal noch einen kleinen Zwischenstopp bei unseren österreichischen Nachbarn eingelegt haben, widmen wir uns heute einer der absolut größten und intensivsten Achterbahnen, die das Land auf der Apenninenhalbinsel zu bieten hat. Für dieses stählerne Schwergewicht reisen wir ins Mirabilandia an der Adriaküste, wo man bereits seit dem 1. April 2000 die legendäre Achterbahn "Katun" erleben kann.

Foto: 28. Juni 2026

Technische Details & Geschichte

Bei Katun handelt es sich um einen gigantischen Inverted Coaster aus der Schweizer Edelschmiede Bolliger & Mabillard. Im Gegensatz zu vielen anderen kompakten Vertretern dieses Typs wurde das gewaltige Layout hier vom Hersteller vollständig maßgeschneidert (Custom Design) an die Gegebenheiten des Parks angepasst. Dementsprechend imposant lesen sich auch die nackten Baudaten: Auf einer beachtlichen Streckenlänge von stolzen 1200 Metern erstreckt sich eine hängende Fahrt von genau 2:22 Minuten Länge, bei der man gleich sechsmal auf den Kopf gestellt wird.

Ein Großteil der Fahrzeit vergeht dabei natürlich erst einmal auf dem massiven Kettenlift, der die Züge auf eine schwindelerregende Ausgangshöhe von genau 50 Metern befördert. Aus dieser Höhe stürzt man im Anschluss mit einer atemberaubenden Höchstgeschwindigkeit von bis zu 104 km/h in die Tiefe. Wie für B&M-Anlagen dieser Größenordnung üblich, wirken während der Fahrt enorm intensive Kräfte von bis zu 4,0g auf den Körper der Fahrgäste.

Gefahren wird theoretisch mit bis zu drei Zügen, die sich aus jeweils acht Wagenreihen für vier Personen nebeneinander zusammensetzen. Dadurch ergibt sich eine stattliche Kapazität von 32 Personen pro Zug, was im Dreizugbetrieb eine theoretische Förderleistung von satten 1700 Fahrgästen pro Stunde ermöglicht. Bei unserem Besuch im Juni war der sehr offen gestaltete Wartungsbereich neben der Schlussbremse jedoch gut einsehbar – dort ließ sich erkennen, dass ein Zug komplett zerlegt war und gewartet wurde. Für den Andrang vor Ort reichte aber sogar ein Einzugbetrieb aber völlig aus.

Foto: 28. Juni 2026

Layout & Fahrt

Die Abfolge der spektakulären Fahrelemente liest sich für Fans klassischer B&M-Inverter wie ein echtes Best-of-Programm. Direkt nach dem packenden First Drop stürzt man sich in einen gewaltigen vertikalen Looping. Bevor man überhaupt Zeit zum Durchatmen findet, schließt sich eine herrlich schwerelose Zero-G Roll an, die direkt in eine massive Cobra Roll übergeht, in der man gleich zweifach kraftvoll in den Sitz gedrückt wird.

Nach dem Durchfahren der magnetischen Blockbremse folgen zwei eng aufeinanderfolgende Korkenzieher (Corkscrews), bevor eine intensiv durchfahrene, bodennahe Helix kurz vor der Einfahrt in die Schlussbremse das spektakuläre Finale einläutet. Das Pacing der Bahn ist trotz ihres Alters schlichtweg fehlerfrei.

Foto: 28. Juni 2026

Thematisierung & Fazit

Optisch ist die komplette Anlage ein absoluter Traum und wunderschön in die mediterrane Flora des Parks eingebettet. Das dichte Grün der Bäume und Sträucher ist über die letzten 26 Jahre so genial an und unter die Schienen gewachsen, dass man stellenweise eine echte Fahrt durch den Dschungel erlebt. Die Station und der gesamte Wartebereich sind einer monumentalen Maya-Ruine nachempfunden.

Dies lässt sich auch perfekt vom Namen herleiten: Ein "Katun" bezeichnet im klassischen Kalender der Maya einen präzisen Zeitraum von genau 7.200 Tagen, was umgerechnet knapp 20 Jahren in unserer heutigen Zeitrechnung entspricht. Für diese hochentwickelte Zivilisation war das Katun jedoch nicht nur eine einfache Zeiteinheit, sondern die wichtigste Maßeinheit für die spirituelle Planung ihres gesamten Lebens.

Mein persönliches Fazit fällt durchweg begeistert aus. Da unsere bisherige Italien-Tour eher von kleineren und kompakteren Familien-Achterbahnen geprägt war, stach dieser Gigant natürlich ganz besonders heraus. Katun spielt in einer absoluten Premium-Liga, wie man sie sonst fast nur in den ganz großen Parks in Amerika (wie etwa mit Montu (Rides #348)) vorfindet. Trotz ihres beachtlichen Alters fährt sich die Bahn immer noch butterweich. Es gibt lediglich einen einzigen nennenswerten, kurzen Schlag direkt vor der Blockbremse, der bei einer so intensiven Fahrt aber absolut zu verschmerzen ist. Für mich gehört Katun zweifellos zu den besten Inverted Coastern weltweit!

Foto: 28. Juni 2026

Nun seid ihr gefragt:

Wie steht ihr eigentlich allgemein zu den massiven Inverted Coastern von Bolliger & Mabillard? Konntet ihr Katun im Mirabilandia vielleicht selbst schon testen und welcher Inverter ist euer absoluter persönlicher Favorit? Schreibt mir eure Meinung unbedingt in die Kommentare!

 

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