Das verrückte Hotel Tartüff (Phantasialand) - Rides #202

In dieser Ausgabe meiner Serie „Rides“ trifft der Name eigentlich nicht ganz ins Schwarze – aber was ist beim verrückten Hotel Tartüff im Phantasialand schon normal? Wir verlassen heute die Schienen und begeben uns zu Fuß in ein Abenteuer, denn dieses Hotel ist ein klassisches Fun House und fällt somit in die Kategorie der Laufgeschäfte. Doch wer hier eine Standard-Kirmesbude erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt.

Foto: 04.04.2017

Technik und Hintergrund

Das außergewöhnliche Hotel wurde am 1. Juli 2012 im Themenbereich Berlin eröffnet und bereichert seitdem die Prachtstraße des Parks. Für die Ausstattung und die interaktiven Elemente zeichnet die renommierte Firma Hofmann Figuren verantwortlich, die für ihre detailverliebten Arbeiten bekannt ist. Der Eingang befindet sich fast schon ein wenig versteckt direkt gegenüber des Wintergartens. Schon in der Lobby beginnt das Erlebnis: Während man in der Warteschlange steht, verkürzen kesse Bilder, humorvolle Sprüche an den Wänden und eine beschwingte Musik die Zeit. Oft trifft man hier auch auf einen leibhaftigen Hotelpagen, der die Gäste mit schlagfertigen Sprüchen und dem einen oder anderen kleinen Streich auf das vorbereitet, was sie im Inneren erwartet.

Foto: 02.10.2020

Ein Rundgang durch den Wahnsinn

Die Tour durch das Hotel beginnt für die Besucher in kleinen Gruppen in einem Raum, der optisch als klassischer Hotelaufzug gestaltet ist. Doch eine Fahrt findet hier nicht statt – stattdessen dient dieser Raum als Kulisse für eine unterhaltsame Pre-Show. Sobald sich die Türen schließen, startet die Vorstellung, in der man (virtuell) auf den exzentrischen Hoteldirektor Otto von Böcklstett trifft. Sein mittlerweile kultiger Sicherheitshinweis „Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten“ bereitet die Gäste humorvoll auf das Chaos vor. Wenn sich die Türen nach der Show wieder öffnen, startet man die eigentliche Entdeckungstour direkt auf der Ebene des Erdgeschosses.

Foto: 04.05.2014

Interaktion und Design auf drei Etagen

Was folgt, ist eine wahre Odyssee durch insgesamt 27 detailverliebte Räume, die sich über insgesamt drei Etagen erstrecken. Das Besondere am Tartüff ist die Kombination aus klassischen Fun-House-Elementen und einer Immersion, die man sonst nur aus erstklassigen Darkrides kennt. Während des Rundgangs begegnet man allem, was Spaß macht: Es gibt bewegliche Böden, vibrierende Treppenstufen, drehende Scheiben und ein großes Labyrinth, in dem man tatsächlich kurzzeitig die Orientierung verlieren kann. Die Thematisierung ist dabei fantastisch umgesetzt – Räume sind um 90 Grad gedreht oder stehen komplett auf dem Kopf, was das Gleichgewichtsgefühl ordentlich herausfordert. Ein absolutes Highlight bildet der Abschluss der Tour: Wer möchte, kann das Hotel über eine wirklich steile Teppichrutsche verlassen, die den Adrenalinspiegel zum Ende noch einmal kurz nach oben treibt.

Foto: 04.05.2014

Fazit

Man muss das Hotel Tartüff einfach selbst erlebt haben, um den Charme und den Witz dieser Anlage zu verstehen. Es ist ohne Zweifel eines der besten und aufwendigsten Laufgeschäfte, die man in einem Freizeitpark finden kann. Die Liebe zum Detail und die humorvolle Erzählweise machen es zu einer perfekten Familienattraktion, die auch nach dem zehnten Besuch nicht langweilig wird.

Wie sieht es bei euch aus: Gehört ein Besuch bei Herrn von Böcklstett für euch bei jedem Phantasialand-Besuch dazu? Und Hand aufs Herz: Wer von euch hat sich im Labyrinth auch schon einmal hoffnungslos verlaufen? Schreibt es mir in die Kommentare!

zuletzt bearbeitet:

  • allgemeine Anpassungen am Layout und Überarbeitung des Textflusses (15. Februar 2026)

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