The Wave (Drayton Manor) - Rides #367

Im heutigen Bericht reisen wir ein weiteres Mal zurück auf die britische Insel zu unserer großen UK-Tour aus dem vergangenen Sommer. Dafür besuchen wir das Drayton Manor Resort in den West Midlands. Die Achterbahn, die ich euch heute im Detail vorstellen möchte, steht wie kaum eine andere für eine spektakuläre und bitter nötige Verwandlung: die Rede ist von "The Wave".

Foto: 25. Juni 2025

Um die Geschichte dieses stählernen Klassikers ganz von vorn zu beginnen, müssen wir ein gutes Stück in der Zeit zurückreisen. Eröffnet wurde die Anlage ursprünglich im Jahr 1994 unter dem Namen "Shockwave" und stammte aus der Edelschmiede der Intamin AG. Für Achterbahn-Enthusiasten war die Bahn jahrzehntelang ein absoluter Pflichtbesuch, da es sich um den einzigen Stand-Up Coaster in ganz Europa handelte, der über eine Zero-G Roll verfügt und somit ein echtes Unikat war. Doch so spektakulär das Gefühl, eine Achterbahn im Stehen zu bezwingen, auf dem Papier auch klingen mag – in der Realität machten die alternde Technik und die klobigen Steh-Bügel die Fahrt im Laufe der Jahre zu einer echten, schmerzhaften Zerreißprobe für den Nacken.

Zur Saison 2024 folgte schließlich die erlösende Transformation: Unter dem neuen Namen "The Wave" wurde die Bahn komplett rethematisiert und zu einer sitzenden Achterbahn umgebaut, so wie ich sie schließlich auch bei unserer Tour kennengelernt habe. Die alten, ungemütlichen Steh-Züge wurden ausrangiert und durch moderne, bodennahe Sitz-Züge mit herrlich komfortablen Westenbügeln ersetzt. Für diese neuen Züge zeigt sich die Firma ART Engineering verantwortlich.

Foto: 25. Juni 2025

Werfen wir einen genaueren Blick auf die technischen Daten der Welle. Auf einer Streckenlänge von knapp 500 Metern geht es zunächst mit einem klassischen Kettenlift auf eine maximale Starthöhe von 36,6 Metern. Auf der anschließenden ersten Abfahrt beschleunigt der Zug auf eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h. Trotz des Umbaus ist das Schienenlayout natürlich identisch geblieben, weshalb man auch heute noch die originalen vier Inversionen durchfährt: einen vertikalen Looping, die berühmte Zero-G Roll sowie zwei aufeinanderfolgende Korkenzieher. Die Züge bestehen aus insgesamt sechs Wagen, die jeweils vier Personen nebeneinander Platz bieten, was eine Kapazität von 24 Fahrgästen pro Zug ermöglicht.

Leider kann ich keinen direkten Vergleich zwischen der neuen und alten Variante ziehen, da ich “Shockwave” nie gefahren bin. Von dem was man hört, sollen Stand-up Coaster aber relativ unbequem sein, und leider bin ich auch sonst noch keinen klassischen Stand-up Coaster gefahren, um das überhaupt beurteilen zu können. Was ich euch aber noch mit auf den Weg geben kann, sind einige faszinierende Fakten zum Hersteller Giovanola, der hier als Subunternehmer für Intamin tätig war. Das erklärt nämlich auch das markante Schienenbild, das man heute eigentlich von einem ganz anderen Hersteller kennt!

Die Schweizer Firma Giovanola Frères SA war jahrelang als schwerer Stahlbauer und Subunternehmer für Intamin aktiv. Was viele nicht wissen: Die beiden Achterbahn-Legenden Walter Bolliger und Claude Mabillard arbeiteten ursprünglich bei Giovanola, bevor sie sich 1988 selbstständig machten und die weltberühmte Achterbahnschmiede Bolliger & Mabillard (B&M) gründeten. Da Giovanola die charakteristische, kastenförmige Schiene mitsamt der außenliegenden Laufröhren miterfunden und für Intamin-Anlagen wie eben Shockwave gefertigt hat, gleicht das Schienenbild hier fast haargenau einer klassischen B&M-Bahn. Später versuchte Giovanola unter eigenem Namen sogar selbst als Achterbahn-Hersteller Fuß zu fassen (unter anderem mit Giganten wie Goliath im Six Flags Magic Mountain), musste jedoch Anfang der 2000er Jahre Insolvenz anmelden. Wenn ihr also heute vor der Wave steht, blickt ihr auf ein echtes, seltenes Stück Achterbahngeschichte, das die Handschrift der Väter von B&M in sich trägt.

Foto: 25. Juni 2025

Nun seid ihr gefragt: Seid ihr eher Team "Stehen" oder Team "Sitzen"? Konntet ihr die Bahn vielleicht sogar noch in ihrer alten Ära als "Shockwave" im Stehen fahren und wie gefällt euch der Umbau zu " The Wave"? Retten die neuen Westenbügel für euch den Klassiker oder trauert ihr dem einzigartigen Stand-Up-Gefühl in Europa hinterher? Schreibt es mir in die Kommentare!

 

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